Friday, October 16, 2015

Perfekte Vollüberwachung von Kfz Bewegungen durch VDS+eCall

Was mich im Kontext VDS wundert ist das "der Deutsche Autofahrer" und der ADAC noch nicht auf die Barrikaden gegangen sind:

eCall: Jedes Kfz in Deutschland wird mit einer SIM ausgerüstet (ab 2018)
+ VDS: vollständige Erfassung von Standortdaten von Mobilfunkteilnehmern (also auch eCall Module in Kfz)
= perfekte Vollüberwachung aller Fahrzeugbewegungen in Deutschland.

Auch ohne das man ein eingeschaltetes Telefon mitführt.

 Ach so: Ich operiere unter der Prämisse das die Einschränkungen in der Datennutzung VDS nicht halten. Ist schon praktisch soetwas, bei Fahrerflucht. Gut das geht "gerade noch nicht", da kommen wir aber schon noch hin.

Bzgl. eCall: Das wäre dann zu retten, wenn das eCall Modul sich nur im Notfall im Netz einbucht. Die eCall Norm fordert "[...] im Normalbetrieb [..] nicht verfolgbar sind". Da wäre die Kuh dann vom Eis.

Ich habe mal Hersteller meines Kfz (aus bayrischer Herstellung) gerade mal gefragt  der eine entsprechende SIM eingebaut hat wie die das sehen. Bin gespannt.

Friday, September 4, 2015

Reiseinformationen: Fluchhafen München

"Der Flughafen München liegt in der schwer erreichbaren Nähe von München." 
(Dieter Hildebrand)



Abbildung 1: Illustration eins dämlichen Slogans

Der Weg von/zu Fluchhafen München

  1. Hin: Mit dem Flieger (je nach Wetter)
  2. Goto 3
  3. Fort: Mit dem Flieger (je nach Wetter)
    Mehr muss man nicht wissen

Transport



Abbildung 2: Pixelfolter


Alternativ (wenn's denn wirklich sein soll) dann kann man auch mit der S-Bahn fahren.
Die eumelt auf verschlungenen Pfaden zweimal um München herum, tritt kurz in österreichisches Territorium ein und kommt dann nach einer kleinen Ewigkeit am Hauptbahnhof zum stehen - sofern sie unterwegs keinen Platten hat. Von diesen Routen hat man sogar zwei zur Auswahl, je nachdem ob man eher linksdrehend oder rechtsdrehen kutschiert werden möchte. Man kann auch einen frühzeitig einen ersten Höhepunkt in die Odysee einflechten, indem man in "Feldmoching" (Name ist da Programm) in die U-Bahn umsteigt. Ich weiss nicht wofür das gut sein soll, aber wenn's schön macht.

Auch unterhaltsam ist die Trennung des Zuges der  West-Route (S1) in Neufahrn. Der (undefinierbare) Teil fährt weiter nach Freising, der andere Teil zum Flughafen. Führt regelmässig zu Schweissausbrüchen bei den nicht ortsansässigen Fahrgästen. Wie kann man nur auf die verwegene Idee kommen ohne ortskundigen Führer den lokalen Nahverkehr zu Nutzen? Dies beklagt auch die Bergwacht regelmässig in ihrem Jahresbericht aber das ist eine andere Geschichte.

Warnung Die S-Bahn München besitzt eine sehr hohe Dichte an Kontrolettis. Münchener Kontrolettis haben einen U-Bahn Phobie, denn dort trifft man sie nie. Fazit: 2x S-Bahn gefahren, 2x 40 EURonen gelatzt. 2 Jahre U-Bahn gefahren, keine Cent abgedrückt. Klingt nach Break Even?
Weiterhin kann man sich für den fünfachen Preis in einem rostigen Benz-TAXI von einem Fahrer der manchmal nichtmal einen Stadtplan sein eigen nennt auf den zahlereichen ringförmigen Parkplätzen (die von listigen Bayern zweck preussenveralberung als Autobahnen beschildert wurde) einliefern lassen. Dies dauert eher länger und ist wie gesagt teuerer als die Bahn. Dafür gibt es immer mal wieder lustige Begebenheiten wie "Best of Boney-M auf 11", Unfälle, Staus, Achselschweiss, Irrfahrten, unfreiwillige Lebensgeschichten und abgefallene Komponenten.

Aber ist gibt Hoffnung: Der Flughafen bekommt bald eine Transrapid Anbindung.
Nope.

Fliegen?

Als Zugabe ist der Fluchhafen München mit traumwandlerischer Sicherheit in einer Gegend abgeworfen worden, in der es entweder nebelig ist oder gewittert.
Wenn man so denn mal wieder auf den Airbus wartet bieten sich im sogenannten "Terminal" folgende Aktivtäten zum Zeitvertreib an:
  • Man bewegt sich ins Airbräu im Zentralgebäude und ertränkt dort seinen Kummer
  • Man geht in Il Mondo dort gibt es ordentliches Essen (nicht wirklich günstig & keine 'Kleinigkeiten') und einen guten Blick auf die Flieger die sich die Fahrgestelle in den Rumpf stehen (da es ja vermutlich mal wieder nebelig ist oder die Blitz zucken)
  • Man findet ein herrenloses Gate, bemächtigt sich dort der Sprechanlage und erzählt dem anwesenden Volk erstmal wo der Hammer hängt.

Zusammenfassung

  • Wohne in München oder
  • fahre Zug oder
  • bleib zuhause.
p.s.
  • Das Terminal 1 hinter der Security ist übrigens von den Nichtrauch-Nazis überrannt
    worden. Terminal 2 hat noch Camel Fluchtburgen.
  • Die hübschen Bilder kommen allesamt aus den Kampfblättern der Mobil in München e.V. http://www.mobil.org

Zugabe

Den möchte ich euch nicht vorenthalten:

Abbildung 4: Vollständiger Wirklichkeitsverlust

(Verfasst im Jahre 2008 AD)

Tuesday, June 30, 2015

Freifunk: Abstand vom Internet gewinnen - Projekt Metaschnorchel

(Kontext: Ich grübel über Sandkastenspiele im VDS Kontext nach)

Wenn man sich "das" mit VDS & TKG gibt, dann möchte man als Freifunk Verein (oder Gruppe) möglichst wenig mit TKG zu tun haben wie es scheint. 

Dazu ist es IMHO hilfreich, wenn die Communities nicht Betreiber des Meshnetzes sind oder sich so aufführen.  Betreiber ist derjenige der  rechtliche und tatsächlichen Kontrolle ausübt (mehr in einem speziell Fall hier: http://www.kanzlei.biz/nc/urteile/16-03-2012-bgh-v-zr-98-11.html ).
Damit man nicht als Betreiber der Mesh-Netzes gesehen wird  kann es sinnvoll sein bestimmte Merkmale anzustreben:
  • Freifunk Communities sind nicht Eigentümer der Mesh-Knoten. - Bei Privatpersonen / Unternehmen ist das ja eh kein Problem. Die Knoten gehören den Menschen da draußen. Dies sollte aber insbesondere bei Verwendung von Spendengeldern berücksichtigt werden. D.h. Eigentum übertragen (und nicht nur hinstellen). Es gibt auch andere Gründe warum man Hardware nicht besitzen will. Haftung, Gewährleistung, Erwartungshaltungen, Wartung etc. 
  • Freifunk Communities haben in der Regel keinen Zugang zu Mesh-Knoten. - Meint z.b. SSH Keys. Sollten man doch bitte vermeiden. Ist wie ich es verstehe heute auch schon gegeben.
  • Das Mesh-Netz ist ohne Gateway funktionsfähig - Wenn Infrastruktur der Freifunk Vereine/Gruppen nicht essentiell für die Nutzung zum Datenaustausch ist, dann kann ich mir vorstellen das man gut argumentieren kann das man nicht der Betreiber ist, sondern eben nur einen Dienst anbietet: Gateway ins Internet.
  • Das ist heute bei Gluon Communities nicht so ganz plausibel, es sei denn man baut Layer 2 Dienste  auf. Also eher nicht.  Die Mindestfunktion die das Netz autonom beherrschen sollte ist vermutlich:
    • IP Addressvergabe - vielleicht ist der Distributed DHCP von @tcatm ein erster Schritt in die Richtung? Toll wäre es ein (lokales) Mesh ohne Uplink schaffen könnte IP Adressen zu vergeben. Gibt es andere Ansätze oder wurde das schonmal gelöst?
    • Irgendeine Form von Dienste Discovery. Wie man das technisch macht habe ich keine Idee aber in einem lokalen Mesh könnte ich mir Multicast DNS durchaus vorstellen.  Würde ad-hoc funktionieren und es gibt eben auch Client Dienste.
  • Es gibt lokale Dienste - Dürfte die Plausibilität erhöhen. 
Was wir dann hätten wäre ein Netz welches
- ohne zentrale Infrastruktur der Communites funktioniert
- demonstrierbar  Kommunikation ermöglicht
- dessen Hardware den Knotenbetreibern gehört / in Gemeinbesitz ist und die Knotenbetreiber die alleinige Kontrolle über die Knoten haben.
UND
einige Freifunk Communities bieten auf dieser Basis einen Dienst "Internet Gateway" an.

Könnte VDS resistent sein. Oder Selbsttäuschung?
Und auch unabhängig von VDS klingt das alles sehr wünschenswert. 
Meinungen?

Sunday, June 21, 2015

VDS vs Messenger: Deep Packet Clusterfuck

Im Kontext Freifunk beschäftige ich mich gerade mit möglichen VDS Auswirkungen auf Community Netze. Dabei kam ich auch an Messaging Diensten und Internet Telefonie vorbei:

(TKG Änderung: §113b) "im Fall von Internet-Telefondiensten auch die Internetprotokoll-Adressen des anrufenden und des angerufenen Anschlusses und zugewiesene Benutzerkennungen" sowie "bei der Übermittlung einer Kurz-, Multimedia- oder ähnlichen Nachricht; hierbei treten an die Stelle der Angaben nach Satz 1 Nummer 2 die Zeitpunkte der Versendung und des Empfangs der Nachricht;" 

Wenn man an eine "Kurznachricht ähnliche Nachricht" denkt und kurz überlegt was heutzutage benutzt wird, dann kommt man sofort aus Messengerdienste, also WhatsApp, Skype, BBM, Threema etc. Ist das eine Kurznachricht ähnliche Nachricht? Ja. Wird das vom Entwurf erfasst? Mir persönlich unklar, auch weil ich über Abrenzung TKG/TMG stolpere. ECO meint Messaging Dienste werden nicht erfasst.

2015 SMS Kommunikationsmetadaten zu speichern und Messenger zu ignorieren klingt irgendwie sinnlos.
Hallo Schwerstkriminelle, Pro Tip: WhatsApp nutzen. Das WhatsApp mal "Privacy" versprechen würde hätte mir 2013 auch keiner geglaubt.

Also warten wir mal bis jemand aus dem Busch springt und auch Speicherung von "Messenger" Dienste fordert.  3...2...

Wie würde das den aussehen? Man muss in den Datenstrom reinschauen. Deep Packet Inspection nennt sich das. Ziemlich teure Technik. Aber würde das überhaupt helfen?

Halbwegs moderne Kurznachrichtendienste verschlüsseln ihre Kommunikation. Selbst Facebook/WhatsApp hat das mittlerweile begriffen. Zumindest die Verbindung zwischen Messenger und Server, die übliche Technik dazu heisst TLS (früher mal SSL genannt). "Bessere" machen dann noch Ende-Zu-Ende Verschlüsselung darauf. Nehmen wir mal threeema.ch als Beispiel, die machen das so. 
Das Problem dabei ist das moderne Kryptographie doch recht gut funktioniert. Eine gute TLS Implementation "macht man nicht mal eben so auf". Und Unternehmen haben begriffen das "schwer abhörbar" heute ein Verkaufsargument ist. TLS ist auch noch nicht das Maximum, da geht noch was. Und Kryptographie ist billig.

Da hilft auch Deep Packet Inspection nicht. Was nun? Der Provider kann speichern das vermutlich eine Nachricht versendet wurde. Nicht wohin. Und nicht mit welcher "Nutzerkennung". Das dürfte aber bei einer Strafverfolgung nur sehr unbefriedigende Erkenntnisse liefern.

Die nächste Stufe wäre dann die Verschlüsselung so zu gestalten, das ein Provider doch reinschauen kann. Sprich sie per Gesetz kaputtzumachen.
David Cameron hat sowas schonmal pauschal in die Welt gesetzt.
"But the question is are we going to allow a means of communications which it simply isn’t possible to read. My answer to that question is: no, we must not" (Source)

Was dann kommt hatten wir schon, siehe Crypto Wars.
Für die jüngeren Leser: Dies bedeutet das man den Zugriff auf starke Verschlüsselung reguliert.
D.h. zum Beispiel bestimmte Apps zu verbieten. Bestimmten Programm-Code zu verbieten. Gedruckten Programm-Code verbieten.  Ein Buch zu verbieten.

Und kein Szenario das ich für wahrscheinlich halte.
Für Internet-Telefonie gilt ähnliches.

tl;dr

  • VDS erfasst nur SMS & Friends. 
  • Heutzutage genutzte Messenger werden nicht erfasst. 
  • Es ist nicht möglich diese sinnvoll zu erfassen. Ein Rüstungswettlauf gegen Messenger Krypto kann selbst für "State Level Actors" schwierig sein. 
  • Crypto Wars anyone?

Also können wir bitte von dem VDS Knochen ablassen und die Sicherheitsbedürfnisse mit einem anderen Placebo befriedigen?

VDS vs Münster


Auf eine VDS Implementation freuen sich in Münster folgende Telekommunikationsgiganten, die die VDS bestimmt problemlos bewältigen werden:
  • Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH
  • AScode, Klausenburgweg
  • nicos Aktiengesellschaft, Mendelstraße
  • Offenes Usenet-Team e.V., Wesler Strasse
  • Ratiodata IT-Lösungen & Services GmbH, Gustav-Stresemann-Weg
  • RNT Regionale Nachrichten Technik GmbH, Grevener Strasse
  • The Phone House Services GmbH, Münsterstrasse 
  • Völkel Mikroelektronik Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Otto-Hahn-Strasse
  • Webdiscount GmbH & Co. KG, Hafenweg
  • Zwei Löwen mediawerk GmbH, Hafenweg
  • 23Media GmbH, Grafschaft
  • Alarmruf - Wachzentrale Sievers GmbH & Co. KG, An den Loddenbüschen
  • endoo GmbH & Co. KG, Am Dornbusch
  • Globe Development GmbH, Königsberger Strasse
  • ICSmedia GmbH, Soester Straße
"Gewerbliche Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze und Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste nach § 6 TKG". Quelle: BNetzA


Tuesday, September 23, 2014

Zeitgeist Datenschutz for English Speakers

Kindergarten, Fahrvergüngen, Doppelgänger, Zeitgeist.
These are some of the terms that made it from the German language into English. I'd like to tell you about another one which is ever-present in today's German, more relevant than ever and has no direct translation into English.

Datenschutz. The dictionary says it's "data privacy" but from my understanding this does not really cut it. Like Angst which is not straight fear but is more specific, Datenschutz is the subject of "data privacy" but it also includes an underlying idea:

Datenschutz (noun).
Literally it means "data protection".
Initially it was also defined (by law in 1970) as such.  The protection of data from manipulation, loss or theft.  Over time that has changed (I won't go into detail about this process) but now it's something rather different.
Not the data is protected but the individuals which are represented by that data.  Which brings us close to "data privacy".

Wikipedia (DE) defines Datenschutz as:
The protection from abusive information processing, protection of the right to informational self-determination. Protection of personality rights in the context of information processing or protection of privacy. Datenschutz stands for the idea that every human can decide for themselves to whom he/she makes what personal information available.

Although it is not stated in Germany's constitution, the constitutional court elevated a derived "right to informational self determination" to a fundamental right.

Datenschutz - as federal law - asserted 1986 that any processing of personal information is illegal unless permitted by law.  The same law also calls for Datensparsamkeit (another good one) which literally means "data frugality" which goes hand in hand with Datenvermeidung (data avoidance).

Of course there are lot of exceptions and loopholes (hooray for bonus cards!) but the important bit seems to be that we had a public discussion over several years in Germany on Datenschutz in the context of a general census (which finally happened in 1987) and since this time the idea that "my data is my property" is prevalent.

Based on this discussion there is a deep distrust on anybody who is collecting data: Once data has been obtained, people (who have for example a large commercial incentive) will find creative and unexpected ways to use or combine it in interesting and abusive ways.  This is difficult to fix once it happened and more difficult to prevent by regulation - unless you do not obtain the data in the first place.

Datenschutz is opinionated. It has this underlying assumption: We own and control our data. And unless you seek permission it's not ok to use it as you please.

But maybe I got "data privacy" wrong, if this is the case please enlighten me.

@ingomar